Pressestimmen 2018-04-27T18:41:44+00:00

PRESSESTIMMEN über GEOMETRIE DER SEELE

Salzburger Nachrichten,
über die UA @  Literaturfest Salzburg, 18. Mai 2017
Sprachkunst macht Musik.
Neue Jazzklänge zu Gert Jonke beim 10. Literaturfest Salzburg.

Er konnte aus zwei, drei notierten Worten ein ganzes Universum entstehen lassen. Wie ein großer Jazzmusiker, der aus einem kleinen Thema eine raffiniert sich verzweigende Improvisation zu Stande bringen kann“, schrieb Elfriede Jelinek 2009 zu Gert Jonkes Tod. Beim ersten Literaturfest noch anwesend, wurde der Autor am Donnerstag bei dessen zehnter Aus- gabe im Musikclub Jazzit geehrt: Für die Uraufführung „Geometrie der Seele“ – eine Reverenz an Gert Jonkes Erstpublikation „Geometrischer Heimatroman“ (1969) – scharte Vokalistin Susanna Ridler Kontrabassist Peter Herbert und Saxofonist Wolfgang Puschnig um sich. Ausgangspunkt ihrer Komposition waren teils unveröffentlichte Textfragmente, die Susanna Ridler im Wiener Arbeitszimmer von Gert Jonke ausgrub.

Die Komponistin beschäftigt sich seit einem Schreibauftrag 2013 für den Carinthischen Sommer mit dem Werk des Autors. Diese emotionale wie geistige Aneignung seiner Sprach- und Bilderwelten ist bei der Performance spürbar. Hellwach kriecht sie im Laufe der beiden Sets förmlich in Jonkes Sprache, hüllt sich damit ein, um sie auf ihre ureigenste Weise wieder freizulegen. Lauscht und flüstert, atmet und raunzt die Frei- räume zwischen den Worten, windet sich durch die Zeilen hinein in eine Deutung,  die sich nicht  aufdrängt, sondern vielmehr anbietet. Dieses Klangkonstrukt hat jedoch nichts Schweres oder gar Gekünsteltes, sondern unterhält natürlich auf hohem Niveau. Jonkes Humor wühlt Susanna Ridler immer wieder feinfühlig auf. Mit Wolfgang Puschnig und Peter Herbert hat sie zwei ebenbürtige Weggefährten. Alle drei Meister ihres Instruments, gehen sie damit abenteuerlustig auf eine Klanger- forschungsreise. Was dabei ent- steht, ist eine Art experimentelle Kammermusik, die vorzüglich zum surrealistischen Ideenkosmos Jon- kes passt. „Geometrie der Seele“ ist der vierte nun uraufgeführte Teil von Susanna Ridlers Jonke-Pentalogie für unterschiedliche Ensembles.

Die Aufführung entlässt das Publikum poetisch beschwingt. 

Ö1 Kulturjournal,
über UA @  Literaturfest Salzburg,
18. Mai 2017

Eine Uraufführung hatte das 10. Literaturfest Salzburg auch im Programm.
Die Vokalistin Susanna Ridler interpretierte Textpassagen des verstorbenen Autors Gert Jonke. Mantraartig.
Virtuos mit der Stimme und mit der Technik spielend, und mit Hilfe der Musiker Wolfgang Puschnig und Peter Herbert. 

Kleine Zeitung,
Uraufführung Carinthischer Sommer 2014

Mit einem Hochamt beginnt am kommenden Sonntag die Villacher Brauchtumswoche.
Auf der Schiene cs_alternativ wurde bereits am verwichenen Sonntag ein Hochamt zelebriert:
Man lud in den Bambergsaal zur Uraufführung von „Geometrie der Seele oder Ich seh den See nicht mehr“ nach Texten von Gert Jonke. Da konnten einem schon die Ohren aufgehen.
Und der 2009 verstorbene Meister der „Sanftwut“ könnte von Wolke sieben mit mildem Lächeln auf das Treiben hernieder geschaut haben. Er wäre mit dem Resultat des Weiterspinnens seiner Sprachmusik höchst zufrieden gewesen. Denn hier haben drei Künstler nicht weniger riskiert als alles. Und so muss es in der Kunst wohl sein. Denn wie anders sollte man den Beweis führen, dass man aus jedem Gefängnis – seien es die vier Wände des eigenen Zimmers oder der Pranger des streng kontrollierten öffentlichen Dorfplatzes – ausbrechen kann, um frei zu sein. Die Komponistin und Sängerin Susanna Ridler riskiert für den Befreiungsschlag Leib (famose Körpersprache) und Leben – sprich: Singstimme, Sprechgesang und Emotion pur! – und sie hat den beiden Partnern vorskizziert, wie es doch noch ein Glück geben könnte: dem ostinaten Kontrabass (Peter Herbert), der nicht freigeben will, und dem Bläser (Wolfgang Puschnig), der der bedrohlichen Enge in virtuosen Anläufen einen Horizont, einen Morgen, ein Glück – vielleicht? – abtrotzt. Verbindlichen Dank! Und jetzt wieder lesen: „Geometrischer Heimatroman“ von Gert Jonke, mit diesem neuen Kompass als Zusatzorientierung – ein Leichtes, ein Kinderspiel! 

über [koe:r] „Susystems“

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Übersicht alle Medien Reaktionen

Links auf online Artikel

Concerto, Interview mit Wolfgang Taschl (A)
Wiener Zeitung, Christoph Irrgeher (A)
Porträt in Aviso, ORF 2 mit Dietmar Petschl (A)
SKUG (A)
Mica.at, Michael Ternai (A)
Woman (A)
Horizonte (A)

ROLLING STONE Magazin (D):

(„…) Ridlers Eigenkompositionen reichen von atmosphärischen Klangbildern bis zu Groovegetriebenem – weshalb der abschließende „SusysteMix“ wie das abenteuerliche Puzzle eines Remixers daherkommt, weit ab vom gewöhnlichen Beats-per-minute- Korsett.  Mit Bugge Wesseltofft dürfte sich diese Wienerin gut verstehen. Aber wo dessen Suggestivformeln vom besseren Leben künden, zieht Susanna Ridler den Fragemodus vor „Where does this take us?“
„Susystems“ jedenfalls führt schnurstracks ins Reich der Geniestreiche“

Rolling Stone

Mannheimer Morgen (D):

Die traut sich was: Die österreichische Sängerin Susanna Ridler katapultiert mit ihrer Band [koe:r] Jazz-Standards wie „ You go to my head“ oder „ Angel Eyes“ ins Digitale Zeitalter und erschließt dabei neue Song-Facetten. Zu hypnotischen Laptop-Beats und expressiven Soli des Ausnahmesaxofonisten Wolfgang Puschnig interpretiert sie die Vorlagen in einem brodelndem Mix aus Funk-Riffs, Club-Grooves, Blues- Emphase und Free Vokalisten als ekstatische Beschwörungen obsessiver Lust und Sehnsucht. Ihre genreübergreifenden musiklaischne „Suystems“ inszeniert die Neuentdeckung ( das ist sie zumindest hierzulande) außergewöhnlich geschmackssicher und maßvoll. Ridler, die so kühl klingen kann wie ein Eishauch und im nächsten Moment so sinnlich wie eine Liebhaberin, changiert auch in ihren Eigenkompositionen souverän zwischen melodischem Pop, tanzbarer Electronica, krachenden Rock-Anklängen und emotionsstarken Jazz Improvisationen. Ihre Band folgt ihr dabei kongenial. Und all das klingt weitaus besser als so viele der blassen Sänerginnen aus dem hohen Norden. Unbedingt zu empfehlen!

Skug (A):

(..) Jedenfalls: Großartige Musiker, eine großartige Sängerin und ein wirklich hörenswerter Spagat zwischen Jazz und Pop, der gerade, weil immer wieder herrlich unzeitgemäße Töne durchrieseln, viele neugierige Ohren verdient.

skug

Sound & Media (A):

„… ein wenig Laurie Anderson, übersetzt in die Jetztzeit. Cooler, zeitgemäßer Intellektuellensound.“

Sound & Media

Hessischer Rundfunk 2, Günter Hottman, über „You go to my Head“ (D):

…und ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und stelle diese höchst zeitgemässe Einspielung auf eine Stufe mit meiner bislang absoluten Lieblings Version des Stücks; gespielt von Chet Backer und Paul Bley im Jahr 1985….

Jazzthing (D):

Ihre Versionen klingen wie vertonte Gedichte, konsequent für das digitale Zeitalter konzipiert und interpretiert. Ridlers Stringenz reicht bis zur Veröffentlichungspolitik: Das Album erscheint auf ihrem eigenen Label Electroland Records und präsentiert damit ein schlüssiges 360-Grad-Modell.

Der Standard (A):

„… Da sind die eigenwilligen Rekompositionen alter Standards wie „You Go To My Head“,
in dem die Sängerin, flankiert von Wolfgang Puschnigs frenetischem Altsaxofon, den Songtext durch eine Steigerung bis ins höchste Kopfstimmenregister bildhaft umsetzt. Susystems bestätigt sie als Singer/Songwriterin erfrischend eigenständiger Kategorie …“

Der Standard

Kurier (A):

(..) „Das Ergebnis ist international durchhauchte Erwachsenenmusik zwischen Jazz, Elektronik, Pop und Funk im Gegenteilmodus: spannend und entspannend, berührend und exaltiert, eingängig im Großen und sperrig im Detail. Schön.“

Kurier

Falter, Sebastian Fasthuber

[koe:r]: Susystems Fusion ist ein hässliches Wort. Wenn man versuchen wollte, es positiver zu konnotieren, könnte man Susanna Ridlers musikalisches Baby [koe:r] als Beispiel dafür heran ziehen, wie es auch geht. Mutig und pfiffig tut sich die Wiener Musikern und Sängerin im Grenzland zwischen Elektronik, Jazz und Pop um. Beliebigkeit war gestern, die meisten Stücke klingen erfreulich prononciert. Saxofonist Wolfgang Puschnig, Gitarrist Florian Kmet und andere assistieren zweckdienlich wie einfallsreich und tragen das Ihre zum Gelingen bei.

Der Falter

PRESSESTIMMEN über  [koe:r], 2008

ORF/ 3SAT:

Das legendaere Duo Kruder & Dorfmeister hat es vorgemacht: Ektronische Musik aus Österreich findet auch international große Beachtung. Die Sängerin, Arrangeurin und Komponistin Susanna Ridler fusioniert nun höchst erfolgreich elektronische Sounds mit Jazz. „[koe:r]“ heißt das spannende Musikprojekt aus Wien. Ihr gleichnamiges Debüt-Album hat bei ihrer Österreich-Veröffentlichung im Februar 2008 für Aufsehen gesorgt. Jetzt erscheint „[koe:r]“ auch in Deutschland.

Die Presse (A):

(…) Ihre größtenteils elektronisch generierte Zeitlupenästhetik birgt jene tiefgekühlte Soulfulness, mit der auch Sidsel Endresen und David Sylvian bezirzen.

Der Standard (A):

Entspannte Töne von Susanna Ridler alias [koe:r] Vor fünf Jahren hinterließ sie unter dem Namen Tristan ihren bis dato einzigen klingenden Fußabdruck auf Tonträger – dem Sampler Summertime – This Is Now. Dann verschwand die Wiener Vokalistin und Elektronikerin Susanna Ridler gleichsam in Szene-Klausur. Um schließlich mit einer bemerkenswerten, entspannt tönenden Arbeit wieder aufzutauchen. Auf [koe:r] (Electroland/Hoanzl) fungiert Ridlers Stimme als vielgesichtige, kohärenzstiftende Leitlinie durch die Dub-lastigen, detailfreudig auskomponierten Electronica-Soundscapes: Zuweilen als bloße Klangfarbe in die kontrast- reichen Strukturen integriert, dann wiederum in Song-tragender Roile hervortretend, werden etwa Jobims Corcovado oder Gershwins Summertime auf sinnliche Weise dekonstruiert. Zudem bereichern amtliche Improvisationsbeiträge jenseits üblicher homöopathischer „Nujazz“-Dosierung die klingende Substanz. Wolfgang Puschnig (sax), Peter Herbert (b), Helmut Jasbar (git) und Rainer Deixler (dr) werden heute bei der Live-Premiere von [koe:r] Töne beisteuern.

Musicchannel.cc (A):

Elektrisierender Jazz Susanne Ridler alias [koe:r] ist ein musikalisch relativ unbeschriebenes Blatt. Doch was sie unter dem Namen [koe:r] auf dem Album mit gleichnamigem Titel veröffentlicht, zeichnet ein mehr als deutliches Bild. Ein Zugang zu Musik, so verschroben und genial zu gleich, wie man ihn aus diesem Lande wohl kaum erwarten würde. [koe:r] ist dabei viel mehr, als ein einfaches Computerprojekt. Dass es ohne diesen zwar ebenso wenig in Frage käme, derartige Songs zu produzieren, zeigt jedes einzelne Werk für sich, und dennoch lässt die Platte spüren, dass mehr dahinter steckt. Susanne Ridler hat sich keine Grenzen gesetzt, keine Rahmenbedingungen geschaffen, ohne Grundsätze gearbeitet. Zu durchdacht sind die Songs, um einfache, einmalig im Studio aufgezeichnete Stücke sein zu können. Aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen wie Jazz, Pop, Funk, Lounge, Electronic, Ambient sowie einigen anderen hier nicht explizit genannten, setzt sich ein Sound zusammen, der zu beschreiben genauso unmöglich ist, wie einem Menschen das Fliegen beizubringen. Unterstützung bekam die junge Österreicherin von prominenten Künstlern wie Wolfgang Puschnig, Peter Herbert, Helmut Jasbar und einigen weiteren. Dass diese den Sound der Platte maßgeblich prägen, ist genauso logisch wie deutlich zu hören. Doch die Platte [koe:r] wirkt nicht wegen ihrer medial wirksamen Liste an Mit-Schaffenden. Vielmehr ist es der Prozess, die Verarbeitung der aufgenommenen „Soundschnipsel“ am Computer, die den Nummern ihren Charme verleiht. Dabei klingen die Versionen von Klassikern wie „Fever“ oder „Summertime“, die sich gekonnt und unauffällig unter die Eigenkompositionen mischen, doch eher wie neue Werke – starke Entfremdung, die gleichzeitig für neues Blut und stärkere Emotionen sorgt. Faszination, ausgelöst durch [koe:r], lässt sich wahrlich nicht an einem einzelnen Grund dingfest machen. Doch möglicherweise ist es die Symbiose zwischen Jazz-lastigen Klängen und Soli mit den elektrisierenden, am Downbeat orientierten Soundgewändern, die so perfekt funktioniert. [koe:r] plätschert wie ein Wasserfall vor sich hin. Und dieser Wasserfall plätschert unglaublich genussvoll – und schön.

City (A):

Laptop trifft auf Blasinstrument. Heraus kommt Fusion Music im Allgemeinen und Susanna Ridlers Soundkonstrukt im Speziellen. Nein, hier experimentiert nicht jemand ohne Plan und Konzept. Und trotzdem steht hinter allem kein einengender Masterplan. Der am Computer designte Klangteppich wird unter Mithilfe lokaler Jazzgrößen zu einem „Fleckerlteppich“ aus Jazz, Pop, Trance und TripHop versponnen. Träumerisch schön. Background. Die junge heimische Künstlerin mit Lebens- und Arbeitsmittelpunkt Wien war jahrelang am Theater tätig, bevor sie in Los Angeles, Maastricht und Amsterdam diverse Musikstudien absolvierte. Event. Im Porgy & Bess präsentiert Ridler ihr pressfrisches Debüt-Album „[koe:r]“, das sie unter Beihilfe von Peter Herbert, Wolfgang Puschnig, Thomas Gansch, Helmut Jasbar und Rainer Deixler einspielte. Bis auf den verhinderten Gansch werden alle [koe:r]-Mitspieler live an stage zu hören sein. Risk & Fun. Hörens- und sehenswerte CD-Präsentation, für deren musikalischen Inhalt das Porgy & Bess die perfekte Kulisse bildet. Klingt wie. Lebendig dargebotene Lounge-Musik. *****


Wohin in Wien

Hochspannende Musik aus Wien. Dieses Album klingt als ob Portishead wirklich interessante neue Musik machen wollten. Die Stimme ist hier ein vollwertiges Instrument. Dazu trifft kühle Elektronik auf hochkarätige Jazzmusiker (u. a.Wolfgang Puschnig).Von Jazz beeinflusste Popmusik des 21. Jahrhunderts, oder umgekehrt – egal. Ein Aha-Erlebnis das man hörend haben sollte. Tipp!


Fm5

Das leise Plätschern des Wasserfalls Susanna Ridler veröffentlicht ihr erstes Album unter ihrem Namen: Koe:r ist ein angenehmes Werk, das zum Wohlfühlen anregt. Ein bisschen Jazz inklusive. Beim Erwähnen des Namens Jazz schwingt ein leichtes Angstgefühl mit. Schließlich handelt es sich bei diesem, schon lange den musikalischen Wiederholungsprozess bedienenden Genre um jene verstockte Sorte, die überhaupt in unseren Breitengraden extrem anstrengend erscheint. Es ist nämlich ein bisschen so wie damals in der Schule: Einer redet, alle hören (stillschweigend) zu. Umgemünzt auf klangtechnische Verhältnisse bedeutet das endlose, immer im Mantel des Akademischen steckende Gitarren-Soli; grantelnde Mitsechziger mit Vollbartmontur und adretter Professor-Krawatte, die sich per Schlagstock einen von der Palme wedeln; und so weiter und so fort. No excess, no posing! Innovativ klingt anders. Auch bei Susanna Ridlers neuem Album Koe:r kommt man um dieses Wort, das sofort Alarmsignale auszulösen vermag, nicht herum. Doch in diesem Fall schwingt ein ungewöhnliche angenehmer Nebeneffekt mit: Jazz wird Trip Hop (!), Pop (!!), ja sogar die große Welt der Elektronik (!!!) beigemengt. Wahrscheinlich liegt es aber auch an jenem Umstand, dass die Protagonisten von Koe:r, allesamt das Who is Who der österreichischen Jazz-Szene, der eher im interessanten Bereich angesiedelten Szene angehören: So agieren Peter Herbert (Stehbass), Wolfgang Puschnig (Saxophon), Thomas Gansch (Trompete), Helmut Jasbar (Gitarre) und Rainer Deixler (Schlagzeug) neben der wunderbaren, herrlich lasziv anmutenden Stimme von Susanna Ridler. „Being Under Water“ Ridler, die Schauspiel, Gesang und Musik studiert und einige Jahre am Theater gearbeitet hat, geht in den letzten Jahren der Beschäftigung mit dem Computer nach und versucht bewusst, ihrer verführerischen Stimme ein subtil elektronisches Stimmungsbild unterzuordnen. Bereits im Jahr 2003 veröffentlchte sie unter dem Pseudonym tristan einen Remix über George Gershwin `s bekanntem Stück Summertime. In Anbetracht der Tatsache, dass genau diese Symbiose aus verspielten elektronischen Klangteppichen und Ridlers wundervollen Vocals überzeugen kann, veröffentlicht sie dieser Tage ihr Debütalbum unter ihrem Namen Koe:r – und liegt damit natürlich goldrichtig. Denn hier trifft ein schönes Stück auf das andere. Es sind Töne, die dauernd ein wenig an einen vor sich hinplätschernden Wasserfall erinnern. Was eine Metapher ist, die wahrscheinlich gar nicht so weit hergeholt ist. So lautet der Opener zum Beispiel Dirty Water und der Sound kling danach. Außerdem trägt ihr am Albumcover notiertes, getätigtes Statement den musikalischen Inhalt wohl ein wenig vor: „As I was producing these eleven songs I spent most of time wearing my headphones – an experience similar to being under water.“ Nachsatz: „I hope you are not hydrophobic as I wish u a good dive.“ Nein, keine Angst, wir tauchen gerne ab und schwimmen weiter im Ozean der wohltuenden Klänge.


Wien (APA) (A)

Heimische Jazzgrößen wie Peter Herbert, Wolfgang Puschnig und Thomas Gansch auf ihrer Debüt- CD zu versammeln, damit gab sich die Wiener Musikerin Susanna Ridler nicht zufrieden: Auf „[koe:r]“ jagte Ridler deren Soli durch den Computer, dehnte, stauchte und zerschnipselte diese und schuf daraus eine ebenso artifizielle wie lebendige Mischung aus Jazz, elektronischer Musik und Pop. Das Ergebnis spricht durch durchaus wienerische
Downbeat-Grundstimmung und durchaus internationale Offenheit im Klang an. Ein Trip Hop- Neuansatz mit einer ordentlichen Zusatzdosis Jazz, für musikalische Entspannungs- ebenso wie Entdeckungsreisen äußerst empfehlenswert, zugleich intelligent und emotional. Dabei wird auch eigentlich abgeschmackten Klassikern wie „Summertime“ und „Fever“ ein
neues, heutiges und reflektiertes Gewand gegeben, das diese wieder hörenswert macht.

Vogue (D):

Stilmix und Crossover-Experimente geraten meist quälend banal.
Auf [koe:r] versucht Susanna Ridler etwas ganz anderes: neue Musik aus bestehenden Stilen zu fusionieren, eigene Kompositionen mit Soli hochkarätiger Musiker zu verschmelzen. Jazzig, intellektuell, sinnlich.


Now (A):

(…) Eine erfrischend leichtfüßige, eigenständige Platte, die an Meer und Urlaub denken lässt, ohne „Cafe del Mar“ Klischees zu bemühen


Wiener Zeitung


Mit Jazzstandards ist das so eine Sache. Eine abgehörte nämlich. Denn was für Klassik-Fans die 1001. „Bilder einer Ausstellung“-Bearbeitung, ist dem Jazzer die nie endende „Summertime“. Abhilfe schafft nun Susanna Ridler. Auf „[koe:r]“ hat sie ein Grüppchen Evergreens in ElektroGefilde verschleppt und gleichsam entkernt. Soll heißen: Text oft noch da, mancher Akkord auch. Und darüber ein zarter, doch einsturzsicherer Neubau. Mit Überlagerungen der Ridler’schen Stimme, nachbearbeiteten Klangspenden von Jazz-Größen wie Wolf gang Puschnig und Thomas Gansch sowie sublimen ElektroTüfteleien – eine Melange, die auch die diversen Originale dieses Debüt-Albums prägt.Als Einsatzmöglichkeiten sowohl für chill-willige Clubmenschen als auch konzentrierte Argus-Ohren geeignet.


Slam-Zine (D):

Gitarrenrockpuristen mit musikalischen Berührungs- ängsten und Allergien gegen jede musikalische Ausdrucksform abseits des Stromruders dürfen folgendes Review gerne auslassen. Elektronischen Feinschmeckern mit offnenen Ohren für Jazz und Klanggebilden aller Art sind aber hiermit recht herzlich eingeladen weiter zu lesen. Elektroink, Jazz und Popfragmente fusioniert zu einem atmosphärischen Downbeatcocktail, der druch SUSANNA RIDLERs Stimme mamchmal untermalt und begleitet, oftmals aber auch aus der kalten digitalen Welt gehoben und schlichtweg zum Leben erweckt wird. Dazu höre und staune man über die famose GERSHWIN Adaption „Summertime“. Die Meisten der Stücke auf „[koe:r]“ sind Eigenkompositionen RIDLERs, doch neben „Summertime“ finden sich mit „Fever“, „Corcovado“ und „ Comes Love“ noch drei weitere Klassiker denen ein völlig eigenständiger, neuer musikalischer Anzug verpasst wurde. Dieser steht den „alten Herren“ zumeist ganz hervorragend. Musikalische Unterstüzung erhält die Sängerin durch ein who is who österreichischer Jazzmusiker, dafür bürgen Namen wie WOLFGANG PUSCHNIG (Saxophon und Föte). THOMAS GANSCH (Trompete, Flügelhorn) oder PETER HERBERT (Kontrabass). Somit dürfte „[koe:r]“ für manchen Musik- konsumenten eine interessante und durchaus willkommene musikalische Horizonterweiterung darstellen. Sei es nach einer durchzechten Nacht für einen entspannten Sunday Morning oder als Unterlegung für einsame nächtliche Autobahn- fahrten. Denn Atmosphäre und Entspanntheit sind bei SUSANNA RIDLER garantiert.


Wohin in Wien (A):

Hochspannende Musik aus Wien. Dieses Album klingt als ob Portishead wirklich interessante neue Musik machen wollten.


Roasted Ice (D) :

[koe:r] schafft es Klangwelten aufzubauen und sich darin zu verlieren. Der Zuhörer schwebt förmlich durch das Album. Eine überaus geniale und gelungene Platte, die sich nicht an üblichen Klischees bedient und sich anders anhört. Der Erwerb von [koe:r] ist auf jeden Fall empfehlenswert.


Kulturwoche

Ein erstaunliches Debüt-Album legt Susanna Ridler mit [koe:r] – das französische Wort für Herz – vor. Im Spannungsfeld Jazz, Elektronik und Pop und angereichert mit melancholisch-downbeatigen Klangcharakteristiken – angelehnt an den Trip Hop der späten 1990er Jahre – schuf Ridler reduzierte Klangfassaden mit meisterlichen Garnierungen von den Koryphäen Peter Herbert am Kontrabass, Wolfgang Puschnig am Saxofon und Flöte, Thomas Gansch an Trompete, Rainer Deixler am Schlagwerk und Helmut Jasbar an Gitarre. Dem nicht genug zerschnipselt die Sängerin und Komponistin die jeweiligen Soli und formt daraus in aller Unbekümmertheit experimentelle Sounds und mit viel Gespür neue Sichtweisen. Herausragend unter all dem hervorragenden Material die Auftritte (und was daraus wurde) von Gansch in Gershwins „Summertime“ und Puschnig in Ridlers „Dirty Water“, sowie Ridlers entzückender Gesang in „5 Parrots in an Appletree“. Generell auffallend die Grundstimmung ihrer Soundästhetik, dieses düstere, melancholische, unwirkliche und doch nie unterkühlte. Elektronik mit Seele. Den sieben Eigenkompositionen stehen übrigens vier Coverversionen (Summertime, Fever, Corcovado, Comes Love) gegenüber, wobei diese altbekannten Lieder bei Ridler quasi eine Neugeburt erfahren und eigentlich bereits wie Neukompositionen daherkommen. Gewagt. Gewonnen. Herzerfrischend und einfach gut.